Eichenprozessionsspinner: kleine Härchen - große Gefahr.

Was ist der Eichenprozessionsspinner?

Der Eichenprozessionsspinner ist ein Nachtfalter, der ursprünglich in den Eichenwäldern Süd- und Mitteleuropas heimisch ist. Durch die milderen Winter und die höheren Durchschnittstemperaturen fühlt sich der Eichenprozessionsspinner auch in unseren Breiten sehr wohl. Wie der Name schon sagt, befallen die Eichenprozessionsspinner vor allem Eichen, denn die Raupen ernähren sich von den Blättern und Knospen jener Bäume. Dass sie auch auf andere Baumarten ausweichen, kann bei sogenannten Massenvermehrungen stattfinden.

Warum ist der Eichenprozessionsspinner für meinen Hund so gefährlich?

Nicht die ausgewachsenen Nachtfalter, sondern die Raupen stellen für uns und unsere Hunde ein ernst zu nehmendes Risiko dar. Gefährlich für deinen Hund sind die sogenannten Brennhaare der Raupen ab dem 3. Larvenstadium. Diese sind mit Widerhaken versehen und enthalten verschiedene Toxine. Das Eiweißgift Thaumetopoein ist hierbei als Verursacher von allergischen und entzündlichen Reaktionen besonders hervorzuheben.

Wann muss ich mit dem Eichenprozessionsspinner rechnen?

Ab Ende April/Anfang Mai bis ungefähr Juli musst du mit den Raupen rechnen. Die Gefahr, mit den Brennhaaren in Kontakt zu kommen, besteht allerdings ganzjährig. So kann es z.B. sein, dass dein Hund beim Schnüffeln im Laub zufälligerweise auf ein altes Nest stößt.

Wo kann mir der Eichenprozessionsspinner begegnen?

Bei deinen Spaziergehrunden mit deinem Hund können dir die Raupen des Eichenprozessionsspinners in Parks, Wäldern oder schlicht am Straßenrand begegnen.

Wie kann ich erkennen, ob ein Baum befallen ist?

Es kann sein, dass du die Raupen in „Prozession“, also hintereinander laufend, sehen kannst. An den Eichenstämmen oder Ästen bilden sie dann ihre Gespinste (Nester). Befallene Bäume werden mit einer Warnung gekennzeichnet.
Selbst wenn die Nester entfernt wurden, halte dennoch Abstand, da die restlichen Haare durchaus noch in der Umgebung vorhanden sein können.

Wie verhalte ich mich, wenn ich Eichenprozessionsspinner oder eine Warnung entdeckt habe?

Sobald du Nester der Raupen entdeckst, geh mit deinem Hund auf Abstand. Je nach Windverhältnissen können die Brennhaare noch ca. 200 Meter weit verbreitet werden.

Wie verhalte ich mich, wenn mein Hund mit den Brennhaaren in Kontakt gekommen ist?

Hatte dein Hund Kontakt zu den Brennhaaren, so sollte bei Symptomen der Gang zum Tierarzt erfolgen. Es reicht bereits ein leichtes Schnuppern an den Haaren, um allergische und entzündliche Reaktionen auslösen zu können. Die Region rund um Nase und Schnauze ist bei den Hunden daher besonders gefährdet.
Symptome bei Hunden können u.a. starker Juckreiz, Rötungen, Pusteln, Quaddeln, Schwellungen der Zunge, Schluckbeschwerden, Speicheln, Husten und Lethargie sein. Die Symptome treten häufig innerhalb weniger Minuten bis Stunden auf. Der Kontakt mit den Brennhaaren kann sich zu einem ernst zu nehmenden Notfall entwickeln.
Sollte dein Hund mit den Brennhaaren in Kontakt gekommen sein, wasche diese mit klarem Wasser ab. Das Wasser sollte warm sein, da das Gift Thaumetopoein hitzeempfindlich ist und dadurch teilweise deaktiviert werden kann. Reibe nicht an den betroffenen Stellen und trage, wenn möglich, selbst Handschuhe, um dich zu schützen.